Schauenburger Märchenwache
2026

liche Einladung zu den Veranstaltungen Herbst/Winter 2026
Sonnabend, 22. August 2026, 19 Uhr
Nora Gomringer liest »Am Meerschwein übt das Kind den Tod«
verstummte Dichterin und wundere mich, wie wenig sie sich beschwören lässt, wenn ich es will. Sie hat sich – nun himmlisch – endlich emanzipiert. Ich schreibe über meine mannigfaltige Mutter, ihre Weisheit und Komik, ihren Mann, die Sache mit den Meerschweinchen und mich.Sonntag, 27. September 2026, 16 Uhr
»Verwunschene Wege – verwegen Wünsche«
Märchen mit Musik mit der Erzählerin Gudrun Rathke, begleitet von Cornelia Ilg auf der Geige
Wunsch und bringt »ihre« Geigerin mit. Das Zusammenspiel mit Cornelia Ilg begann vor vielen Jahren. Virtuos verweben sich die Melodien der Geige mit den Erzählungen, verdichten sie und verleihen ihnen einen außergewöhnlichen Zauberklang. Kommen Sie nach Schauenburg und hören Sie, wie die Geige auf die Welt kam, welche Wege ein wandernder Spielmann zu gehen hat, was sich ein armer Bauer aus Reichenbach wünscht und noch viel mehr. Zum Ohrenschmaus erfüllt das Tischleindeckdich der Märchenwache so manchen Gaumenwunsch. Einfach kommen und genießen!Donnerstag, 8. Oktober 2026, 19 Uhr
Christoph Peters liest aus »Entzug«
»Entzug« beginnt mit einer Wodkaflasche auf dem Küchentisch einer dreiköpfigen Familie an einem Montagmittag – und der Frage, wie sie da hingekommen ist. Hat der Erzähler sie allen
Ernstes dort vergessen, während Frau und Kind auf dem Spielplatz waren? Am Anfang des Romans steht ein Schriftsteller, der trinkt, um schreiben, denken, fühlen zu können. Der irgendwann nur noch trinkt, um zu trinken, bis zu dem Punkt, an dem die Frage lautet: Trinken und sterben oder aufhören und leben? Er beschließt, sich in eine Klinik einweisen zu lassen. »Entzug« ist ein schonungslos ehrlicher Roman, er handelt von der komplizierten Logistik der Abhängigkeit, vom Betrug an den Menschen, die einem am wichtigsten sind, vom Betrug an sich selbst. Und er erzählt voller Hoff nung vom Weg heraus aus der Hölle der Sucht, zurück in ein Leben, das auch nüchtern wert ist, gelebt zu werden. »Wenn man den atemberaubenden Roman ›Entzug‹ von Christoph Peters gelesen hat, weiß man, was es bedeutet, schwerer Alkoholiker zu sein. Mehr kann Literatur nicht leisten.« SZ
Eintritt 16 Euro – gefördert von LESELAND HESSEN*
Freitag, 23. Oktober 2026, 19 Uhr
Sascha Hommer zeigt »Das kalte Herz – nach einem Märchen von Wilhelm Hauff «,
Grafik und Illustration
Der Schwarzwälder Kohlenbrenner Peter Munk ist unzufrieden mit seinem gesellschaftlichen Standund sehnt sich nach Reichtum und Anerkennung. Dafür ist er sogar bereit, einen Pakt mit den
dunklen Mächten einzugehen. Doch der plötzliche Wohlstand hat auch eine bittere Kehrseite: Er muss fortan mit einem Herz aus Stein leben und verliert so die Fähigkeit zu jeglicher Emotion. Ein hoher Preis, den nicht nur er und seine Familie, sondern auch die anderen Menschen um ihn herum zahlen müssen. In seiner dunkelsten Stunde wendet er sich an das Glasweiblein – in der Hoffnung, mit dessen Zauberkraft das eigene Herz und damit seine Menschlichkeit zurückzuerlangen. In »Das kalte Herz« adaptiert Sascha Hommer das wohl bekannteste Märchen des deutschen Romantik-Schriftstellers Wilhelm Hauff. In beeindruckenden und stimmungsvollen Bildern erzählt er die zeitlose Geschichte über das Menschsein und fügt behutsam neue Aspekte hinzu, ohne dabei das Original aus dem Blick zu verlieren. Dabei ist das Buch nicht zuletzt auch eine künstlerische Reise in die Heimat des Autors, den Schwarzwald. »Das kalte Herz« ist auch in einer signierten und auf 99 Exemplare limitierten Vorzugsausgabe erhältlich, der vier Off setdrucke beiliegen.
Eintritt 16 Euro – gefördert von LESELAND HESSEN*
Freitag, 13. November 2026, 19 Uhr
Florentine Anders liest »Die Allee«
Aufwühlend und geschichtensatt: Übers Bauhaus, den Stararchitekten der DDR, zwei sich emanzipierende Frauen und die Fallen des Systems. Da ist der charismatische, von den Ideen des
Bauhauses und der Avantgarde durchdrungene Idealist Hermann Henselmann, der nach dem Krieg zum Chefarchitekten Ost-Berlins aufsteigt und dort in Konkurrenz zu den West-Berlinern um Scharoun & Co. treten soll. Der Berliner Fernsehturm, die Stalinallee, der Leipziger Uniturm sind mit seinem Namen untrennbar verbunden. Der Preis freilich: Ständig muss er lavieren und manchmal auch zu Kreuze kriechen, um wenigstens die Grundlagen seiner modernistischen Ideen vor den stieseligen Vorstellungen der Politführung zu retten. Und da ist vor allem Henselmanns Frau Isi, hochbegabt, die auch als Architektin arbeiten will, aber mit einer auf acht Kinder anwachsenden Familie zu kämpfen hat, ständig die Scherben aufkehren muss, die ihr Mann hinterlässt, und sich zunehmend selbst emanzipiert. Und da ist die Tochter Isa, die sich der erstickenden Manipulation durch den cholerischen Vater entzieht, um ihren dornigen eigenen Weg in ganz anderen Milieus zu gehen. Und dann auch noch die eng verwandte Familie Robert Havemanns, bei dem Kompromisse wenig zählen und der sich der staatlichen Bevormundung komplett verweigert.
Eintritt 16 Euro – Kooperation mit KAZimKUBA
Dienstag, 29. Dezember 2026, 19 Uhr
Das Kränzchen des Fördervereins
Christina Weiser liest »die Feuerballons«
Nina Osina spielt Klavier und Violine
Christina Weiser und Nina Osina gestalten gemeinsam den Abend zwischen den Jahren an der Märchenwache. Thema ist die 1951 veröffentlichte Kurzgeschichte »die Feuerballons« von Ray
Bradbury, dem Schriftsteller von »Fahrenheit 451«. Eine Gruppe amerikanischer Priester begibt sich auf den Mars zum Zwecke der Bekehrung sündhafter Menschen. Auf der Suche nach neuen unbekannten Sünden, fi nden sie stattdessen Ureinwohner in Form von ätherischen leuchtenden Wesen, die ihnen Menschlichkeit und Toleranz auf irritierend intensive Weise nahebringen. Bereichert und geläutert kehren sie auf die Erde zurück. Ray Bradbury lässt damit auch uns auf unterhaltsame und durchaus komische Art über Glaubensfragen und Humanität nachdenken.
Christina Weiser besuchte in ihrer Heimatstadt Frankfurt am Main die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Nach dem Schau-spielabschluss war sie verschiedenen Theatern in Deutschland engagiert. Seit der Spielzeit 2004–05 gehört sie zum Schauspielensemble des Staatstheaters Kassel. Für ihre Darstellung der Gayle/Laura in Nina Raines Stück Konsens (Regie: Eva Lange) wurde sie von »theater heute« als beste Schauspielerin des Jahres nominiert.
Nina Osina stammt aus einer hochmusikalischen Familie und musiziert seit ihrer Kindheit. In Kazan geboren, studierte Sie in St. Petersburg, belegte anschließend Meisterkurse u.a. in Moskau und Hannover, um die künstlerische Reifeprüfung 2010 in Kassel abzulegen. Schon während der Ausbildung trat Sie in vielen Ländern konzertant auf. In Kassel hat Nina Osina verschiedene Konzertreihen initiiert und damit die Musikszene ihres aktuellen Lebensmittelpunkts bereichert. Mit ihrer leidenschaftlichen Liebe zur Kammermusik hat sie sich ein großes Repertoire erarbeitet, das von Barock über Klassik und Romantik bis in die jüngste Moderne reicht.
Mit einem Buffet des Fördervereins und Getränken an der BiblioTheke
Eintritt 10 Euro
Aktuell:
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Auf Anfrage und bei den Veranstaltungen.
Die Märchenwachen-App
Unter https://maerchenwache.zur.app können Sie mit Ihrem Smartphone unsere brandneue App laden. Damit bewegen Sie sich virtuell noch bequemer durch die Märchenwache, können Veranstaltungs-Tickets buchen, oder etwas in unserem Online-Shop kaufen. Die App wird regelmäßig weiter entwickelt.
Es war einmal: "Digi-Grimm":
Zunächst als Corona-Notnagel gedacht, behalten wir unsere Online-Märchen im digitalen Programm. Menschen aus dem Landkreis und der Stadt Kassel erzählen Ihnen per Video Märchen der Brüder Grimm.
Um auf die Video-Seite zu gelangen, klicken Sie auf den roten Sessel.
Kartenreservierungen für alle Veranstaltungen unter:
telefonisch: 05601-2346 und 0177-296 10 69
online (nur kostenpflichtige Veranstaltungen):
